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Zwischen Palmen und ewigem Schnee Dem Zauber der Seengruppe zwischen Nord und Süd, zu der neben dem Lago Maggiore und dem Comer See auch die verträumten Seen des Varesotto, die kleinen Voralpenseen der Brianza, der geheimnisvolle Ortasee sowie der Lu- ganer See gehören, erliegen seit jeher die Reisenden; der Zusammenklang aus Bergen, die ewiger Schnee verzuk- kert, und aus Wasserflächen, die von Steilwänden bis in üppige, subtropi- sche Gartenlandschaften reichen, ver- langt nach Superlativen zu seiner Be- schreibung. Doch nicht alles steht zum besten, ge- rade um die Seen. Ihre Wasserqualität ruft schon seit einigen Jahren Umwelt- schützer auf den Plan, die eine verbes- serte Kanalisation einfordern. Auch die Landschaft muß sich immer größeren Eingriffen und Verschandelungen aus- setzen, denn der Bauboom hält - wenn auch nicht ungebrochen - seit den 60er Jahren an. Nichtsdestotrotz konnte sich hier an den Ausläufern der Alpen eine Kultur- landschaft erhalten, die neben den landschaftlichen und klimatischen Rei- zen auch kulturell einiges zu bieten hat: prachtvolle Barockkirchen, lango- bardische bzw. präromanische und ro- manische Sakralbauten, avantgardisti- sche Wohnhäuser, geschichtsträchtige Villen, Museen und französische Parks. Auch wenn sich die oberitalienische Seenlandschaft zwischen der Lombar- dei, dem schweizerischen Tessin und der Region Piemont erstreckt, ist sie von einer einheitlichen Kultur geprägt. Davon zeugen sowohl die romanischen Sakralbauten in vielen Ortschaften so- wie eine stolze Reihe gotischer Fresken.
Lage und Landschaft Die Grenzen der Seengruppe sind we- der politisch noch geographisch, son- dern kulturell zu verstehen. In der Kunst und Architektur, in der dialekta- len Ausprägung und den Menschen findet das Gebiet um den Lago Mag- giore, den Corner See und Luganer See sowie den Ortasee im Westen bis hin zu den Gipfeln über der Valsassina im Osten, von Locamo im Norden bis zum Varesotto und zur Brianza im Süden seine Gemeinsamkeit, ein Gebiet, das etwa 3500 km2 umfaßt. Rund vier Fünftel teilen sich die italienischen Provinzen Novara, Varese und Como, die zu den Regionen der Lombardei und des Piemont gehören, der Rest ge- hört zur Schweiz (Kanton Tessin). Beide großen Seen, der Lago Maggiore und vor allem der Lago di Como, er- strecken sich inmitten einer mächtigen Berglandschaft mit teilweise extremen Höhenunterschieden an der Südab- dachung der Alpen. Das Eishaupt des Monte Legnone (2609 m) überragt den Corner See um mehr als 2400 m - und das bei einer horizontalen Entfernung von nur 6 km. Er ist der höchste Gipfel innerhalb des Reisegebietes und gehört wie das Grignemassiv (2409 m) und der Resegone (1875 m) zu den Bergamasker Alpen.
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