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Erstellt: Januar 2004

Friesland August 2005

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Unser Urlaubsgebiet befindet sich in Holland/Friesland. Erreichbar über die Autobahn Köln-Oberhausen-Arnheim. Von Frankfurt/Main ca. 450 Km entfernt.

Nachdem unser kleiner Moritz jetzt gross genug ist, hatten wir im August 2005 die “Doris für 2 Wochen gebucht.

Die Motorjacht Doris ist ein geräumiges, modernes Schiff mit 2 Toiletten und 2 Duschen. Innen- und Aussensteuerstand, Warmluftheizung, fliessend kalt und warmes Wasser, Kassettenradio, Schiffsausrüstung, Ankerwinde, elektr. Kompass,
klappbarer Instrumentenbügel, 220 V Landanschluss, Bugschraube, Kücheninventar für 5 Personen, Kühlschrank,
 4-flammen Gasherd. Bettwäsche, Decken und Kopfkissen sind nicht an Bord. Haustiere sind nach vorheriger Vereinbarung erlaubt.

Länge 11.00 m, Breite 3.80 m, Tiefgang 1.00 m, Höhe 3.80 m, Lichte Höhe 1.95 m, HINO-Diesel 80 KW/4 Zyl., Treibstoff 420 l, Wasser 600 l.

Vorschiff:
Kajüte mit 2 Einzelbetten, Schränke, bb. Dusche, Toilette mit Waschbecken, stb. Küche.

Mittschiffs:
Eckbank, Eingang vom Achterdeck, Schränke, Steuerstand.

Achterschiffs:
1 Doppelbett, 1 Einzelbett, Schränke, stb. Dusche, Toilette mit Waschbecken.

Der Innenraum ist sehr geräumig. Vorne ist die Bugkabine mit zwei Betten. Eine große Küche mit Kühlschrank, 4 Flammen Herd und reichlich Schränke zum verstauen. Links vorne ist das Bad mit Toilette und Dusche. Und zwar eine richtige Duschkabine. Das gleiche findet sich nochmal achtern.

Die achter Kabine ist wunderschön groß und sehr gemütlich. Hinten befindet sich noch ein großes Fenster zur Badeplattform. Zum Lüften ist so ein großes Fenster ideal.

Irgendwie hatten wir aber dieses Jahr kein Glück mit dem Schiff.

 

Am 13.08.2005 um ca. 16:00 Uhr legten wir in Irnsum ab und fuhren ca. 45 Minuten in den Meinesloot Kanal bei Teherne wo wir einen schönen Liegeplatz der Marrekrite für die Nacht fanden. Das Gepäck wurde verstaut, etwas schönes gekocht und bei einem Bier oder Wein den Abend ausklingen lassen.

Schon mal einen Motorausfall auf dem Sneeker Meer gehabt ? Hier steht wie es geht ;-)

Am nächsten Morgen wollten wir über das Sneeker Meer Richtung Heeg. So weit kam es aber nicht. Direkt nach der Durchfahrt der Zugbrücke bei Teherne war der Motor aus. Nach einiger hektischer Orgelei lief er wieder mit wenig Leistung. Wir schafften es dann noch die paar 100 Meter in den Yachthafen WSC-Mid Friesland und riefen den Vercharterer an. Der war auch eine halbe Stunde später da und tauschte zwei Dieselfilter aus. Nach einigem entlüften der Maschine lief diese dann wieder. Leinen los und ab ging es ins Sneeker Meer. Mitten auf dem Meer war dann der Motor wieder aus und diesmal sprang er auch nicht mehr an. Wir sahen uns an, als würde gerade unser Haus abbrennen. Gut das wir den Vercharterer vor dem ablegen gefragt hatten, was wir tun sollen wenn auf dem Sneeker Meer der Motor wieder ausgeht. (Das hatten wir wirklich gefragt). Also winkte Andrea mit einem Tau. Manche winkten zurück, aber dann kamen zwei junge Friesländer mit einem 14 Meter Schiff und nahmen uns auf professionelle Weise längsseits. Es war an dem Tag Windstärke 6 und entsprechend Wellen. Wir wurden dann vor den Yachthafen “Paviljoen Sneeker Meer” geschleppt. Wir hatten mit den beiden netten Friesländern echt Glück. Die Sache hätte auch anders ausgehen können. Die beiden haben sich jedenfalls über die zwei Flaschen guten Rotwein gefreut.
Dann wieder den Vercharterer angerufen. Es war Sonntag und ein Mechaniker war nicht zu bekommen. Kann man ja verstehen. Also saßen wir wie die begossenen Pudel in unserer Doris, die an der Aussenseite des Hafens bei starkem Wind so schaukelte das teilweise die Sachen aus den Schränken flogen. Von der Geräuschkulisse ganz zu schweigen. Es war eine wunderbare Nacht ;-)
Am nächsten Morgen um 8:45 Uhr kam der Vercharterer mit einem Mechaniker und checkten alles. Sie fanden nichts. Ich bestand auf eine Probefahrt, denn der Motor lief wieder. Probefahrt und nach ein paar Minuten wieder Motor aus. Wenn man die Diesel Entlüftungspumpe betätigte sprang die Maschine wieder an. Also wurde die Vorförderpumpe ausgebaut und mit nach Joure in die Werkstatt zum durchmessen genommen.
2 Stunden später kamen die beiden wieder. Die Dichtungen der Pumpe waren kaputt und wurden ersetzt. Pumpe eingebaut und Motor lief. Der Motor hatte jetzt auch eine ganz andere Leistung und hörte sich anders an. Die Probefahrt für 15 Minuten unter Vollgas verlief gut.

Gleich vorweg. Der Motor lief von nun an einwandfrei und machte keine Probleme. Aber das Vertrauen war weg. Das ist auch ein Grund warum wir dieses Jahr nicht so viel fuhren.

Montag Mittag setzten wir dann unsere Fahrt fort. Es ging über den Princes Margriet Kanal Richtung Heeger Meer. An der Jeltesloot Brücke vor dem Heeger Meer war ein großes Gedränge. Die Brücke öffnet nur 4 mal in der Stunde für 5 Minuten. Dann ging es im Heeger Meer rechts ab, über den Inthiemasloot zum Groote Gaastmeer. Hier sind mehrere Becken auf einer Insel ausgebaggert und man kann hier wunderschön spazieren gehen und übernachten.
Der Sonnenuntergang und überhaupt der ganze Abend war sehr schön.

Stavoren Oude Hafen

Schöner Seitenkanal in Stavoren

Stavoren Strand am Ijsselmeer

Stavoren Oude Hafen

Am Dienstag morgen ging um 10:00 Uhr los. Über Heeger Meer - Fluessen auf dem Johan-Friso-Kanaal nach Stavoren. Fahrzeit  ca. 2,5 Stunden. Der Binnenhafen von Stavoren ist schon jetzt sehr voll. Wir finden aber noch einen Liegeplatz kurz vor der Koebrugg.
Erstmal ging es zum lecker Fisch essen (Kibbeling) an die Bude im Oude Hafen. Das Nötigste eingekauft und dann für unseren Kleinen das Highlight. Zum Strand. Wir waren mit ihm bis Abends dort. Das Wetter war schön. Wir fühlten uns wohl. Was will man mehr.
Die Hafenmeisterin kommt in Stavoren Abends ans Boot und kassiert. Wir haben glaube ich 8.- € bezahlt.
Am nächsten Morgen ging es gleich wieder zum Strand. Mittags dann noch mal Fisch essen und weil das Wetter so schön war und der Platz auch, ging es wieder zurück ins Groote Gaastmeer. Dort war es um 15:30 Uhr bereits sehr voll. Hier liegen fast nur Holländer. Deutsche trifft man selten.

Impressionen Groote Gaastmeer

Impressionen Groote Gaastmeer

Am nächsten Morgen machten wir dann einen Ausflug in das nahegelegene Workum. Die schöne Stadt liegt ebenfalls am Ijsselmeer. Die Eisenbahnbrücke vor Workum ist fast immer offen. Die zweite Brücke öffnet nach Bedarf. Direkt dahinter befindet sich der Passantenhafen. Wir fanden hier problemlos einen Liegeplatz und machten uns auf zu einem Stadtbummel. Hier kann man wunderschön einkaufen. Die Pizza die wir auf dem Marktplatz gegessen haben, schmeckte etwas eigentümlich.
Allerdings sitzt man hier sehr schön.
Und als Besonderheit: Wo jetzt der Marktplatz ist befand sich früher der alte Hafen. Wir kauften noch Leckerbeckje (Kabeljau Filet) für das Abendessen und fuhren wieder.

Das Wetter war schön. D.h. es war heiss. Also fuhren wir wieder ins Groote Gaastmeer.
Und hier gingen wir bei der Hitze erstmal schwimmen. Das Wasser war mit ca. 19 Grad etwas kühl. Wenn man aber erstmal drin war wollte man nicht mehr raus. Etwas komisch ist es schon in die torfbraune Brühe zu springen. Zumal die meisten Schiffstoiletten nach aussen gehen. Nach Aussage einer deutschen Familie die vor uns lag, gehen deren Kinder seit Jahren regelmässig hier schwimmen und bisher war keiner krank. Das Ökosystem scheint hier zu funktionieren. Wir blieben auch gesund und ich hatte von dem Torfwasser eine Haut wie Samt.
Wellness-Yachtcharter ;-)

Am nächsten Morgen ging es über das Heeger Meer und bei Heeg rechts über den Woudsender Rakken nach Woudsend.
Eigentlich wollten wir hier nur einkaufen. Wir fanden aber im Yachthafen “De Rakken” einen schönen Liegeplatz und beschlossen über das Wochenende hierzubleiben. Es war im Hafen auch ein Spielplatz vorhanden, so das der Kleine sich mal austoben konnte.
Woudsend ist auch wirklich ein paar Tage Aufenthalt wert.

Woudsend ist zauberhaft mit seinen kleinen Gassen. Hier bekommt alles nötige zu kaufen und für das leibliche Wohl sorgt das Fischgeschäft, der Imbiss (Lecker) und das kleine Lokal direkt an der Zugbrücke. Hier sitz man wunderschön und kann den vorbeifahrenden Schiffe und der Brücke zusehen.
Ausserdem gibt es hier ganz geniale Pfannkuchen.
 

Am Samstag morgen liefen die Windmühlen in Woudsend. Oben das ist die Kornmühle “t Lam”. Hier wird noch richtig Korn zu Mehl gemahlen. Die Mühle kann besichtigt werden. Es ist wirklich ein Erlebniss in die rumpelnde Mühle zu steigen. Unser Kleiner sah danach aus wie ein Mehlwurm.
Da das Ganze von ehrenamtlichen Leuten unterhalten wird, sollte man eine kleine Spende nicht vergessen. Ein Behälter dafür steht oben an der Treppe.
Neben der Mühle befindet sich ein kleiner Laden. Hier wird das Mehl in vielen Variationen verkauft. Wir haben gleich mal Pfannkuchenmehl mitgenommen.

Die zweite Windmühle in Woudsend ist die Sägemühle “De Rat”. Hier wurde früher das Holz gesägt das die mindestens 2 Werften in Woudsend zum Bau der Schiffe benötigten. Diese 300 Jahre Mühle funktioniert noch heute.

Ein sehr schöner Hafen. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt und waren von Freitag bis Montag hier.

Montags ging es dann nach Iljst. Wir hatten gehört das es dort sehr schön sein soll. Aber irgendwie fanden wir die schönen Plätze nicht. Ganz im ernst. Uns hat es dort nicht gefallen. Warum auch immer. Da wo unser Schiff liegt befindet sich der Passantenhafen von Iljst für ein Schiff mit maximal 14 Meter Länge. Ansonsten befinden sich vor und hinter der Zugbrücke Richtung Sneek noch Liegeplätze.

Wir fuhren zurück und machten an einem Marrekrite Anleger, besser an einer kleinen Insel, im Johan Friso Kanaal fest. Es war recht voll dort. Ein älterer Holländer riet uns alle Leinen zum festmachen zu nehmen die wir haben (Vorspring und Achterspring). Wir merkten auch schnell warum. Wenn ein Frachtschiff auf der anderen Seite vorbeifährt, verdrängt es so viel Wasser in den Seitenarm, das eine starke Strömung entsteht. Also, das Schiff immer schön festmachen.
Wir verbrachten dort bei schönem Wetter und leckerem Fisch einen schönen Abend und eine sehr ruhige Nacht.

Am nächsten Morgen regnete es und der Wind hatte ganz schön zugelegt. Wir beschlossen gegen Mittag über den Langwerder Wielen nach Langweer zu fahren. Dort waren wir noch nie. Die Hafeneinfahrt von Langweer ist recht eng. Bei der Einfahrt wird einem per Megafon vom Hafenkantoor aus (rotes Boot) ein Liegeplatz zugewiesen. Der Hafen besteht fast ausschliesslich aus Boxen die für unser Schiff sehr eng waren. Links und rechts waren gerade mal 15 cm Platz. Ansonsten ist der Hafen sehr gepflegt und schön.

Langweer ist nicht groß. Aber es hat was. Wir fühlten uns hier sofort wohl. Die kleine Hauptstrasse ist gesäumt von Geschäften und kleinen Straßencafes und Kneipen.
Es war Dienstag und am Donnerstag sollte hier ein Fest stattfinden. Es wurden schon Buden und ein Karussell aufgebaut.
Also beschlossen wir bis Freitag hier zu bleiben.

Zur Freude unseres Kleinen. Denn hier gab es direkt am Hafen einen kleinen Strand mit Spielplatz. Am Donnerstag begann das Fest morgens um 10:00 Uhr schon mit viel Krach und Bier. Die Holländer feiern sehr laut und und die Musik aus den Buden war es auch. Es war aber recht lustig und wir hatten viel Spass.
Wir beschlossen dann Donnerstags, schon am Freitag mittag. statt Samstag morgen nach Hause zu fahren.
Die Sache mit dem Motorschaden hing uns nach. Wir trauten dem Schiff nicht mehr und stellten fest das ein so großes Schiff für zwei Erwachsene und ein Kind einfach zu groß ist. Es ist unhandlich. Viele Brücken sind einfach zu niedrig. Dadurch bewegt man sich oft immer nur auf den gleichen Strecken. Wir hatten bereits im Hafen von Woudsend unser Schiff für nächstes Jahr gesehen. 9,50 Lang 2,30 Hoch und einfach schön.
Am Freitag morgen ging es raus aus dem Hafen nach Irnsum. Es wurde alles ins Auto geladen und gegen abend waren wir wieder Zuhause.
Wir bekamen vom Vercharterer ohne irgendeine Diskussion für den Motorschaden eine komplette Tagesmiete + 25.- für Diesel zurück. Da kann man nicht meckern.
Mir wäre es trotzdem lieber gewesen, der Motor hätte keinen Schaden gehabt.
Trotz alledem: Es war ein wunderschöner Urlaub den wir nächstes Jahr mit einem kleineren Schiff wiederholen werden, um die neue Middelzeeroute zu befahren.

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